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Belastende Partnerschaften - Dynamik zwischen Bindung, Verlustangst, Selbstwert und Veränderung.🍃🍃🍃

  • Autorenbild: andrea maierhofer
    andrea maierhofer
  • 17. Juni
  • 4 Min. Lesezeit
Der Krieger und die Kaiserin
Der Krieger und die Kaiserin

Andrea Maierhofer, 17.06.2026, (4 Min Lesezeit)







Manche Beziehungen und Partnerschaften fühlen sich oft schon Beginn wie harte Arbeit an. Möglich, dass der Anfang leicht war, spätestens wenn die Bindung gesichert ist, schleicht sich die oft die erste Unsicherheit ein.


Wie ein dumpfes Gefühl, ein Zweifel, der irgendwie nicht festgemacht werden kann. Dem Gefühl wird aber geflissentlich nicht auf den Grund gegangen, denn die Sehnsucht nach Beziehung und der Wunsch, dass es diesmal klappt ist zu groß.


Erst später, oft sehr viel später, erinnert man sich wieder an die ersten Zweifel, die kleinen Stiche, die man weggelächelt hat.



Warum fühlt sich eine Beziehung manchmal schwer und gar nicht leicht und angenehm an?


Jede Beziehung hat schwierige Phasen. Wenn sich eine Beziehung aber über lange Zeit so anfühlt, als müsste man ständig kämpfen, erklären, hoffen, warten, sich anpassen oder zurücknehmen, dann ist oft das Gleichgewicht gestört.


Typische Anzeichen:


● Bedürfnisse kommen dauerhaft zu kurz.


● Man investiert deutlich mehr Energie als der Partner.


● Man hat das Gefühl, ständig an der Beziehung arbeiten zu müssen, während der andere weitermacht wie bisher.


● Man verliert zunehmend den Kontakt zu seinen eigenen Wünschen und Grenzen.


Liebe und Partnerschaft, Bindung sollte nicht immer leicht sein, aber sie sollte sich überwiegend sicher, respektvoll und gegenseitig anfühlen.



Warum hören manche Partner die Änderungswünsche, ändern aber nichts? Wollen sie nicht, oder können sie nicht?


Verstehen und Verändern sind zwei verschiedene Dinge.


Viele Menschen können sagen:


● “Ich verstehe dich.”


● “Du hast recht.”


● “Ich werde daran arbeiten.”


Aber alte Verhaltensmuster sind tief eingeübt. Sie entstehen oft über Jahrzehnte.


Außerdem fehlt manchmal die echte Motivation zur Veränderung.

Und solange die Beziehung trotz des Verhaltens bestehen bleibt, entsteht oft kein ausreichender Leidensdruck.


Menschen ändern sich meistens erst, wenn:


● sie selbst den Wunsch haben,


● sie die Konsequenzen ihres Verhaltens wirklich spüren,


● sie bereit sind, die notwendige Arbeit auf sich zu nehmen.



Warum passen sich gerade Frauen häufig übermäßig an?


Natürlich nicht alle Frauen, aber gesellschaftlich werden viele Mädchen früh dafür belohnt:


● nett zu sein,


● Konflikte zu vermeiden,


● sich um andere zu kümmern,


● Beziehungen zu erhalten.


Dadurch lernen manche Frauen:
“Wenn ich genug Verständnis habe, genug liebe, genug gebe, wird alles gut.”


Das kann später dazu führen, dass sie die eigenen Bedürfnisse zurückstellen.



Was hat das mit Verlustangst zu tun?


Sehr viel.


Verlustangst erzeugt oft die unbewusste Überzeugung: “Wenn ich nicht genug gebe, werde ich verlassen.”


Dann entsteht Anpassung:


● mehr Verständnis,


● mehr Geduld,


● mehr Nachgeben,


● mehr Hoffen.


Die Angst richtet die Aufmerksamkeit auf den möglichen Verlust des Partners statt auf die Frage: “Ist diese Beziehung eigentlich gut für mich?”



Warum können wir den Partner nicht ändern?


Weil Veränderung eine innere Entscheidung ist.


Man kann:


● Wünsche äußern,


● Grenzen setzen,


● Gespräche führen,


● Unterstützung anbieten.


Aber man kann nicht:


● Motivation erzeugen,


● Einsicht erzwingen,


● Bereitschaft herstellen.


Jeder Mensch entscheidet letztlich selbst, wie er lebt und handelt.



Warum ist es darum sinnvoller, an sich selbst zu arbeiten?


Weil man nur auf sich selbst direkten Einfluss hat.


Wenn Verlustangst stark ist, konzentriert sich die Energie oft auf den anderen:


● Wie kann ich ihn überzeugen?


● Wie kann ich ihn verändern?


● Wie kann ich die Beziehung retten?


Dadurch bleibt die eigentliche Frage unbeantwortet: Warum halte ich an etwas fest, das mich dauerhaft unglücklich macht?


Wenn die Verlustangst bearbeitet wird, verändert sich oft automatisch die Beziehungsdynamik!


Dann wird die Frage nicht mehr: “Wie bekomme ich ihn dazu, sich zu ändern?”


sondern: “Passt das, was er anbietet, zu dem, was ich brauche?”



Warum weiß man die Ursachen kognitiv, fühlt aber etwas anderes?


Weil Denken und Fühlen in unterschiedlichen Systemen des Gehirns verarbeitet werden.


Der Verstand kann sagen:


“Diese Beziehung tut mir nicht gut.”


Das emotionale Bindungssystem kann gleichzeitig sagen:


“Aber ich brauche diesen Menschen.”


Emotionale Muster entstehen oft viel früher als die Fähigkeit, sie rational zu verstehen.


Deshalb reicht Erkenntnis allein häufig nicht aus.


Heilung entsteht meist durch:


● neue Erfahrungen,


● Grenzen setzen,


● Selbstfürsorge,


● emotionale Verarbeitung,


● manchmal Psychotherapie.



Warum hilft Traurigkeit langfristig oft weniger als Trennungsaggression?


Traurigkeit hat eine wichtige Funktion:
Sie hilft uns, einen Verlust anzuerkennen.


Bleibt man jedoch über lange Zeit ausschließlich in der Traurigkeit, entsteht häufig:


● Grübeln,


● Sehnsucht,


● Idealisierung,


● Hoffen auf Veränderung.


Trennungsaggression hat eine andere Funktion.


Sie sagt:


“Das war nicht in Ordnung.”


“Meine Bedürfnisse zählen ebenfalls.”


“Ich darf mich schützen.”


Diese gesunde Aggression ist nicht Hass oder blinde Wut und nicht körperlich oder verbal.


Sie ist die psychische Energie und Erkenntnis, die hilft:


● Grenzen zu ziehen,


● Abstand zu halten,


● loszulassen,


● sich wieder auf das eigene Leben auszurichten.


Viele Menschen, die sich aus belastenden Beziehungen lösen, brauchen zunächst genau diese Kraft, bevor die eigentliche Trauer verarbeitet werden kann.


Vielleicht der wichtigste Gedanke:


Verlustangst wird nicht dadurch geheilt, dass der Partner endlich so wird, wie man ihn braucht. Verlustangst wird geheilt, wenn man zunehmend darauf vertraut, dass man auch ohne diesen Partner sicher, wertvoll und lebensfähig bleibt. Dann wird aus dem Kampf um die Beziehung wieder eine freie Entscheidung für oder gegen sie. Vielleicht bleibt die Beziehung dann bestehen, verändert sich und man verhandelt die Bedingungen neu, oder sie ist nicht mehr wichtig und wird beendet.









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