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"Hilfe, ich sterbe" – Das Wesen von Panikattacken 🌧️🌧️

  • Autorenbild: andrea maierhofer
    andrea maierhofer
  • 26. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Feb.

Panikattacken fühlen sich lebensbedrohlich an (sind es aber nicht)
Panikattacken fühlen sich lebensbedrohlich an (sind es aber nicht)

Andrea Maierhofer, 26.1.2026, (3 min Lesezeit)







Was ist eine Panikattacke?


Eine Panikattacke ist eine plötzlich einsetzende, extrem intensive Angstreaktion, die ihren Höhepunkt meist innerhalb von Minuten erreicht und sich körperlich wie lebensbedrohlich anfühlen kann – obwohl keine akute Gefahr besteht.


Der zentrale Gedanke ist fast immer:


„Mit mir stimmt etwas nicht – ich halte das nicht aus – ich sterbe / verliere die Kontrolle / werde verrückt.“


Wie äußern sich Panikattacken?


Körperlich


• Herzrasen, Herzstolpern


• Engegefühl oder Schmerzen in der Brust


• Atemnot, Gefühl „keine Luft zu bekommen“


• Schwindel, Benommenheit, Wattegefühl


• Zittern, Schwitzen, Hitzewallungen oder Kälteschauer


• Kribbeln, Taubheitsgefühle


• Übelkeit, Durchfall, Harndrang



Psychisch / kognitiv


• Todesangst


• Angst vor Kontrollverlust oder „durchzudrehen“


• Derealisation („alles ist unwirklich“)


• Depersonalisation („ich bin nicht ich“)



Vorstellungskonkretisierungen


Viele Betroffene haben sehr konkrete innere Bilder, z. B.:


• zusammenzubrechen


• einen Herzinfarkt zu bekommen


• vor anderen ohnmächtig zu werden


• das Kind nicht mehr versorgen zu können


Diese Bilder verstärken die Panik massiv – sie sind Teil der Attacke, nicht deren Ursache.



Wann kommen Panikattacken?


• scheinbar unvermittelt


• in Ruhe, nachts, im Auto, im Supermarkt


• oft nicht in objektiv gefährlichen Situationen



Das macht sie so verstörend.


Wichtig: „Unvermittelt“ heißt nicht „grundlos“.



Warum kommen Panikattacken?


Das überreizte Nervensystem


Panikattacken entstehen aus einem chronisch überaktivierten Stresssystem:


• langanhaltende Belastung


• unterdrückte Emotionen


• Perfektionismus, hohe Verantwortung


• frühe Unsicherheit oder Trauma


• fehlende Erholung


Das autonome Nervensystem ist ständig im Alarmmodus.


Die Panikattacke ist dann kein Feind, sondern ein Not-Stopp.


Die Panikattacke sagt: „So wie bisher geht es nicht mehr.“



Panikattacken & Angststörungen


Alleine oder mit GAD (Generalisierte Angststörung)?


• Panikstörung: Panikattacken + Angst vor der nächsten Attacke


• GAD (Generalisierte Angststörung): Daueranspannung + Sorgen → Panikattacken als „Durchbruch“


• Auch bei Depression, Trauma, Anpassungsstörungen möglich



Welche Menschen sind häufiger betroffen?


Typisch (aber kein Muss):


• sensibel, leistungsorientiert


• hohes Verantwortungsgefühl


• gute Selbstkontrolle


• wenig Zugang zu eigenen Grenzen


• „funktionieren“ lange sehr gut


Viele sagen später: „Eigentlich war ich immer stark.“



Mehr Frauen oder Männer?


• Frauen häufiger diagnostiziert


• Männer haben sie nicht seltener, sprechen aber später darüber


• Männer zeigen oft mehr körperliche Panik, weniger Worte dafür



Was bedeutet das für Familie & Angehörige?


Für Partner


• Hilflosigkeit


• Angst, etwas falsch zu machen


• Rückzug oder Überfürsorglichkeit



Für Kinder


• sie spüren die Angst


• können Schuldgefühle entwickeln


• brauchen altersgerechte, ehrliche Erklärungen:


„Mama/Papa hat manchmal starke Angst im Körper, das ist nicht gefährlich.“



Was hilft bei Panikattacken?


Akut


• nicht kämpfen

(man stirbt nicht, wird nicht ohnmächtig, macht nicht Dummes, nicht zu Wiedergutmachendes, das Herz ist autonom gesteuert vom Hirnstamm aus und man kann es nicht willentlich beeinflussen: Hör auf zu schlagen, funktioniert nicht, insgesamt gesehen ist der Körper eine "Maschine mit Sensoren und Rückkoppelungsmechanismen die fürs Überleben gedacht sind )


• langsame Ausatmung verlängern


• starker forcierter Bodenkontakt (Füße, Sitzfläche)


• benennen: „Das ist Panik, kein Sterben.“



Langfristig – therapeutisch


• Psychoedukation (verstehen, was passiert)


• langsame Exposition (nicht Vermeidung!)


• Arbeit an inneren Antreibern


• Emotionsregulation


• ggf. Traumaaufarbeitung



Medikamentös


• SSRI/SNRI wirksam bei Panikstörung, auch niedrigdosierte Neuroleptika


• Benzodiazepine nicht als Lösung, höchstens kurzzeitig


• Medikamente helfen, bekämpfen hier aber das überschießende Symptom (hilfreich, denn die Angst wird vermindert)



Kann man frei werden von Panikattacken?


Ja. Nicht durch Kontrolle – sondern durch Verstehen, Zulassen und Neuverhandeln mit dem Nervensystem.


Viele berichten später:


„Die Panikattacke war grausam – aber sie hat mich gezwungen, mir zuzuhören. Ich habe seit Monaten keine Panikattacken mehr gehabt.“






gif

vorüber!

 
 
 

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