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Angehörige von Alkoholkranken-     Alkohol und Veränderungen im Verhalten

  • Autorenbild: andrea maierhofer
    andrea maierhofer
  • 6. Jan.
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Jan.

Nachdenkliche Frau: passt das noch so für mich?
Nachdenkliche Frau: passt das noch so für mich?

Andrea Maierhofer, 6.1.2026, (1 min Lesezeit)



Warum wirkt Alkohol so stark auf das Verhalten?

Alkohol wirkt direkt auf das Gehirn. Besonders betroffen ist der präfrontale Cortex (Stirnhirn) – jener Bereich, der für Kontrolle, Urteilsvermögen, Empathie, Flexibilität und Voraussicht zuständig ist. Wird er gehemmt, zeigen sich typische Veränderungen:


Typische Veränderungen unter Alkoholeinfluss

• Starrheit & Unflexibilität: Schwierigkeiten, die eigene Meinung oder Sichtweise anzupassen

• Tunnelblick: Aufmerksamkeit ist stark eingeengt, andere Perspektiven gehen verloren

• Eingeschränkte Wahrnehmung: Körpersprache, Zwischentöne oder Bedürfnisse anderer werden kaum wahrgenommen

• Frontal-enthemmt: Impulse werden ungefiltert ausgedrückt → z. B. Sturheit, Wutausbrüche, übermäßige Direktheit oder unpassendes Verhalten

• Fehleinschätzung der Lage: Risiko wird unterschätzt, Konflikte eskalieren schneller


Was bedeutet das für Angehörige?

• Diskussionen in solchen Momenten sind selten sinnvoll – Vernunft und Einsicht sind reduziert.

• Besser: Ruhe bewahren, keine langen Erklärungen, Themen auf später verschieben.

• Eigene Grenzen kennen und wahren (z. B. Gespräch beenden, Raum verlassen, Hilfe holen wenn nötig).

• Wichtige Anliegen immer im nüchternen Zustand ansprechen.


Selbstfürsorge für Angehörige

• Achten Sie auf Ihre eigene Sicherheit und seelische Gesundheit.

• Suchen sie sich Unterstützung (z. B. Beratungsstellen, Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie, Hausarzt, Selbsthilfegruppen für Angehörige).

• Sprechen Sie mit vertrauten Personen oder Fachleuten über Ihre Belastung – Sie müssen das nicht allein tragen.


Merksatz: 

Unter Alkoholeinfluss „schaltet“ das Gehirn seine Kontrollfunktionen herunter – die Person wirkt dann starr, unflexibel und impulsiv. Diese Reaktionen sagen mehr über den Alkohol aus als über den Charakter der Person im nüchternen Zustand. Eine Änderung des Trinkverhaltens kann nur der Betroffene selbst wollen und durchführen, Sie können lediglich unterstützen.



 
 
 

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