Bin ich schon krank genug? Eine ☎️ Entscheidungshilfe für ein Erstgespräch.
- andrea maierhofer
- vor 2 Tagen
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Andrea Maierhofer, 18.01.2026, (2min Lesezeit)
Wann ist der richtige Zeitpunkt, psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen?
Viele Menschen zögern lange, bevor sie sich an eine Psychiaterin oder einen Psychiater wenden – selbst dann, wenn der Leidensdruck bereits hoch ist.
Das hat nachvollziehbare Gründe.
Warum so viele Menschen lange warten
Unklare Grenze zwischen „normal“ und „behandlungsbedürftig“.
Psychische Beschwerden entwickeln sich oft schleichend. Betroffene gewöhnen sich an Erschöpfung, innere Unruhe oder gedrückte Stimmung und versuchen, „einfach durchzuhalten“.
Bagatellisierung und Selbstzweifel
Gedanken wie „Andere haben es schlimmer“ oder „Ich müsste das doch allein schaffen“ führen dazu, dass eigener Leidensdruck nicht ernst genommen wird.
Angst vor Stigmatisierung
Die Sorge, als „psychisch krank“ abgestempelt zu werden, hält viele davon ab, Hilfe zu suchen – trotz erheblicher Belastung.
Hoffnung auf spontane Besserung
Viele warten darauf, dass sich die Situation von selbst stabilisiert, etwa nach einer stressigen Phase oder äußeren Veränderung. (kann klappen, tut es aber meist nicht!)
Unsicherheit über den Ablauf
Unklarheit darüber, was beim Psychiater überhaupt passiert, verstärkt die Hemmschwelle zusätzlich.
Der Leidensdruck als entscheidender Maßstab!!!
Nicht die Diagnose entscheidet über die Notwendigkeit einer Vorstellung, sondern der subjektive Leidensdruck. Wenn Symptome das eigene Erleben, den Alltag oder das Funktionieren spürbar beeinträchtigen, ist das ein ernstzunehmendes Signal.
Fragen zur eigenen Orientierung – eine Entscheidungshilfe
Diese Fragen können helfen, die eigene Situation einzuordnen:
• Belasten mich meine Beschwerden regelmäßig oder dauerhaft?
• Beeinträchtigen sie meinen Alltag, meine Arbeit oder meine Beziehungen?
• Habe ich das Gefühl, nicht mehr zur Ruhe zu kommen oder mich selbst zu verlieren?
• Kreise ich gedanklich ständig um dieselben Sorgen oder Ängste?
• Vermeide ich Situationen, um Symptome nicht zu spüren?
• Habe ich bereits vieles versucht, ohne nachhaltige Besserung?
• Wünsche ich mir Klarheit, Einordnung oder Entlastung?
Ein „Ja“ auf mehrere dieser Fragen ist oft ein Hinweis, dass Unterstützung sinnvoll sein kann.
Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche
Psychiatrische Hilfe bedeutet nicht, „nicht mehr zu funktionieren“, oder gleich Medikamente zu erhalten oder eine schlimme Diagnose zu erhalten, sondern Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.
Oft bringt bereits das erste Gespräch Entlastung, Orientierung und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Leidensdruck ist Grund genug.




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