Messie-Syndrom: Warum Dinge aufheben – und wann es zu viel wird?
- andrea maierhofer
- 9. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Andrea Maierhofer, 9.1.2026, (2 min Lesezeit)
Ein Impuls zum Nachdenken über das, was uns Dinge bedeuten.
Warum wir Dinge behalten:
Viele Menschen bewahren Gegenstände auf, die Erinnerungen wecken, ein Gefühl von Sicherheit geben oder vielleicht „irgendwann noch nützlich“ sein könnten.
Das ist normal. Dinge erzählen Geschichten. Sie geben Struktur.
Wann wird Aufheben problematisch?
Wenn das Behalten irgendwann nicht mehr bereichert, sondern belastet:
• Wenn Dinge Räume füllen, aber nicht mehr benutzt werden.
• Wenn das Wegwerfen Angst oder Schuld auslöst.
• Wenn sich andere eingeengt, überfordert oder ausgeschlossen fühlen.
• Wenn es keinen Überblick mehr gibt – nur noch ein Gefühl von „Ich müsste…“ oder „Ich kann nicht…“.
Horten kann auch Schutz sein
Manche Menschen haben Verlust, Kontrolle oder emotionale Unsicherheit erlebt – bewusst oder unbewusst.
Dann kann das Festhalten an Dingen innerlich beruhigen:
• „Wenn ich alles aufhebe, verliere ich nichts.“
• „Dann bin ich vorbereitet, dann bin ich nicht hilflos.“
• „Diese Dinge erzählen, wer ich bin.“
Manchmal ist das Horten also kein Charakterfehler, sondern ein versteckter Selbstschutz. Eine Reaktion auf etwas, das vielleicht nie ausgesprochen wurde.
Wann hilft es, hinzuschauen?
Wenn:
• andere Menschen anfangen zu leiden – leise oder laut.
• man selbst merkt: „Ich wollte das eigentlich mal sortieren, aber ich schaffe es nicht.“
• die Dinge mehr Raum bekommen als Beziehungen, Bewegung oder Leichtigkeit.
Es geht nicht darum, alles wegzuwerfen.
Sondern zu fragen:
• Was ist wirklich wichtig?
• Was schützt mich – und was engt mich ein?
Hilfe heißt nicht Schwäche
Es gibt Menschen, die aufräumen helfen – nicht mit Müllsäcken, sondern mit Respekt.
Es gibt Psychiater und Therapeuten, die verstehen, warum Loslassen schwer ist – ohne zu drängen.
Und es gibt Beziehungen, in denen man gemeinsam Wege findet – wenn man bereit ist, zuzuhören, statt sich zu verteidigen.



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