top of page

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

  • Autorenbild: andrea maierhofer
    andrea maierhofer
  • 8. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

                                Wenn die Psyche stark auf den Zyklus reagiert


Symptome bei PMDS
Symptome bei PMDS

Viele Frauen bemerken vor der Menstruation Stimmungsschwankungen. Bei manchen sind diese Beschwerden jedoch so stark, dass sie den Alltag, Beziehungen und die Arbeit erheblich beeinträchtigen. In diesem Fall kann eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) vorliegen.



Was ist PMDS?

PMDS ist eine schwere, zyklusabhängige psychische Erkrankung.


Die Symptome treten ausschließlich in der zweiten Zyklushälfte (nach dem Eisprung) auf und klingen mit Beginn der Menstruation rasch ab.


Wichtig:

PMDS ist keine Charakterschwäche und kein „normales PMS“, sondern eine medizinisch anerkannte Störung.



Typische Symptome

Mindestens eines der folgenden psychischen Hauptsymptome steht im Vordergrund:

• starke Reizbarkeit oder Wutausbrüche

• depressive Stimmung, Hoffnungslosigkeit

• starke Stimmungsschwankungen, Weinen

• ausgeprägte innere Unruhe oder Angst


Zusätzlich können auftreten:

• Erschöpfung, Antriebslosigkeit

• Konzentrationsprobleme

• Schlafstörungen

• Appetitveränderungen oder Heißhunger

• körperliche Beschwerden (z. B. Brustspannen, Blähungen, Kopfschmerzen)


Typischer zeitlicher Verlauf

• Beschwerden beginnen 7–14 Tage vor der Menstruation

• deutliche Besserung oder vollständiges Verschwinden mit Einsetzen der Blutung

• In der ersten Zyklushälfte meist deutlich besseres oder stabiles Befinden


Dieser zeitliche Zusammenhang ist entscheidend für die Diagnose.

 

Wie wird PMDS festgestellt?

• Durch ein ärztliches Gespräch

• Durch prospektive Zyklus- und Symptomaufzeichnungen über mindestens zwei Menstruationszyklen(z. B. tägliche kurze Selbsteinschätzung)


So kann sicher unterschieden werden zwischen PMDS und anderen psychischen Erkrankungen.


Behandlungsmöglichkeiten


PMDS ist gut behandelbar.


Je nach Situation kommen infrage:

• Medikamentöse Behandlung (z. B. bestimmte Antidepressiva, oft niedrig dosiert)

• Hormonelle Behandlung, die den Zyklus beeinflusst

• Psychoedukation: Verständnis für den Zusammenhang zwischen Zyklus und Psyche

• Ergänzend: Stressreduktion, Schlaf, Selbstfürsorge(allein meist nicht ausreichend, aber unterstützend)


Die Behandlung wird individuell angepasst.


Wichtig zu wissen

• PMDS ist real und ernst zu nehmen

• Viele Betroffene erleben große Erleichterung, wenn die Diagnose gestellt wird

• Ziel der Behandlung ist deutlich mehr Stabilität und Lebensqualität


Wenn Sie vermuten, dass Ihre Beschwerden zyklusabhängig sind, sprechen Sie dies bitte offen an und vereinbaren Sie einen Termin.




 
 
 

Kommentare


bottom of page