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Trauer um ein Tier - warum sie real ist und wie man sie bewältigen kann

  • Autorenbild: andrea maierhofer
    andrea maierhofer
  • 10. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit
Trauern um sein geliebtes Tier
Trauern um sein geliebtes Tier

 

Andrea Maierhofer, 10.1.2026, (2 min Lesezeit)





Das ist ein sehr wichtiges Thema – Trauer um ein Tier wird oft nicht ausreichend anerkannt, obwohl sie völlig real und belastend sein kann.


1. Warum Trauer um Tiere oft bagatellisiert wird


• Gesellschaftliche Normen: Viele Menschen sehen Tiere als „Besitz“ oder „Hobby“, nicht als vollwertige Familienmitglieder.

• Fehlendes Verständnis: Wer selbst kein starkes emotionales Band zu Tieren hat, kann die Intensität der Trauer schwer nachvollziehen.

• Vergleich mit menschlicher Trauer: Trauer um Menschen wird oft als „richtiger“ angesehen.

• Unbewusste Botschaften: Aussagen wie „Es war doch nur ein Tier“ oder „Du übertreibst“ sollen trösten, wirken aber entwertend.


Psychologische Folge:

• Trauernde fühlen sich nicht ernstgenommen, müssen ihre Gefühle verstecken oder bagatellisieren.

• Dies kann zu Scham und zusätzlicher Belastung führen.


2. Ist die Trauer real?


Ja, absolut. Die psychische Bindung zu einem Tier kann genauso stark sein wie zu Menschen.


• Tiere bieten emotionale Sicherheit, Nähe, bedingungslose Freundschaft.

• Verlust kann Erschöpfung, Schlafstörungen, Angst, depressive Verstimmung auslösen.

• Der Trauerprozess kann ähnliche Stadien durchlaufen wie bei menschlichen Verlusten: Schock, Leere, Wut, Schuldgefühle, Akzeptanz.




• Gefühle zulassen: Weinen, traurig sein, wütend sein – alles ist erlaubt.

• Trauer ausdrücken: Tagebuch schreiben, Briefe ans Tier, Erinnerungsrituale.• Rituale schaffen: Fotoalbum, Kerze anzünden, Lieblingsplatz gestalten.

• Reden: Mit verständnisvollen Freunden oder in Trauergruppen.


Wichtig: Trauer ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck einer tiefen Bindung.


4. Wie Angehörige helfen können


• Annahme der Trauer: Nicht bagatellisieren, auch wenn man selbst das Tier „nur als Haustier“ sieht.

• Aktives Zuhören: Fragen wie „Willst du darüber reden?“ oder einfach da sein.

• Praktische Unterstützung: Hilfe im Alltag, Spaziergänge, Kochen, Einkaufen, wenn die Trauer körperlich erschöpft.

• Erinnerungen teilen: Fotos ansehen, Geschichten erzählen.• Rituale begleiten: Kleine Abschieds- oder Erinnerungsrituale gemeinsam gestalten.


5. Umgang bei starker Erschöpfung und viel Weinen


• Pausen zulassen: Trauer ist körperlich anstrengend. Ruhe ist erlaubt.

• Körperliche Pflege: Ernährung, Bewegung, Dehnen oder kurze Spaziergänge helfen, Erschöpfung zu mildern.

• Struktur beibehalten: Auch wenn das Tier weg ist, Tagesstruktur aufrechterhalten (z. B. feste Essenszeiten, Bewegung).

• Professionelle Hilfe: Wenn Trauer so belastend ist, dass Alltag, Schlaf oder Arbeit leiden → Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut oder Trauerbegleitung.


6. Besonderheiten bei der Trauer um ein Tier


• Tiere geben Routine, Struktur, bedingungslose Freundschaft.

• Verlust kann alle Alltagsstrukturen infrage stellen.

• Trauernde fühlen oft: „Mein Freund, mein Kind, mein Trost ist weg“.

• Es ist normal, dass Emotionen heftig und langanhaltend sind.


7. Zusammenfassung – wie man mit Trauer um Tiere umgehen kann


• Trauer ist real und legitim, auch wenn andere sie bagatellisieren.

• Gefühle zulassen, Rituale und Erinnerungen schaffen.

• Struktur und Alltag beibehalten, sich selbst fürsorglich behandeln.

• Reden, teilen, Unterstützung annehmen – Freunde, Familie, Trauergruppen.

• Bei starker Erschöpfung oder funktionellen Einschränkungen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.


Merksatz für Patienten:


„Deine Trauer ist ein Ausdruck der Liebe. Sie ist real, sie ist wichtig, und es ist erlaubt, sie zu fühlen und zu leben.“




 
 
 

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